Verfasser-Archiv

Ein entlarvendes Cruise-Video

Quelle: http://epaper01.niedersachsen.com/eZeitung/2007071631297html/HAZ/htmlstories/0715215111_0a1e50d0_12_p.html Auszug vom 16.07.07 —– Ausgabe: Hannoversche Allgemeine Zeitung Datum: 16.07.2007 - Seite 8

Das Cruise-Video

Bei einem Besuch am Scientology-Hauptsitz in Berlin erlebt man den Weltstar in Rage

Von Jörg Isert Berlin.

Das Problem, das man bei einem Besuch am Berliner Hauptsitz hat, sind nicht die örtlichen Scientologen. Die verhalten sich anders als erwartet: überaus korrekt. Im Eingangsbereich sammelt niemand Adressdaten ein, stattdessen wird man bei der Begrüßung lediglich nach dem Nachnamen gefragt, der persönlichen Ansprache wegen. Man kann auf die Toilette verschwinden, ohne verfolgt zu werden.

Man kann an der Andacht teilnehmen, ohne beim sogenannten “Auditing” mitzumachen — einer Fragetechnik, die sich, zumindest in diesem Fall, nicht als Mischung aus Verhör und Beichte entpuppt. Den berühmt-berüchtigten Scientology-Lügendetektor, das E-Meter, findetman genauso wenig im Saal. Tatsächlich wirkt das “Auditing” wie eine Art seltsame Gruppentherapie. Die Auditorin Eva fragt, die Teilnehmer antworten — Spürt ihr euch selbst? Ja. Am Ende des Prozesses soll nach Scientology-Verständnis ein von allen Traumata befreites Wesen, der “Clear”, stehen.

Das Problem, das man bei seinem Besuch bei Scientology hat, ist dieses eine Video. Am Berliner Hauptsitz gibt es im Erdgeschoss viele Monitore, an denen man Knöpfe anklicken kann. Es gibt Dutzende Kurzfilme über L. Ron Hubbard und die Geschichte der Organisation zu sehen. Es sind Werbefilmchen, denen man ihre US-Herkunft ansieht: Hubbards Sekretärin spricht, alte Bekannte erzählen.

Im ersten Stock, in unmittelbarer Nähe zum Andachtsraum, gibt es allerdings ein weiteres Filmchen, das es in sich hat. In der Hauptrolle: Tom Cruise. Man kann nicht fassen, was er da, und vor allem, wie er es erzählt.
Verbissen macht sich der Star für die Ansichten der Gruppe stark. Wettert gegen die, die gegen Scientology sind. Klatscht zur Unterstützung seiner Argumentation mit der Faust in die Hand. Schnippst wiederholt scharf schnalzend mit den Fingern, um seinen Worten Nachdruck zu verleihen — ein Verhalten, das er vom weltweit mächtigsten Scientologen, David Miscavige, zu übernommen haben scheint.
Cruise argumentiert mit stechenden Augen, dann wieder lacht er, es klingt fast wie von Sinnen. Zu Hilfsprogrammen der Organisation meint er: Er sei gezwungen zu helfen, weil er wisse, dass kein anderer besser dazu befähigt sei. Dann spricht er vor allem über das große Feindbild von Scientology: Psychiatrie, Psychopharmaka, Psychiater. Deren Herrschaft müsse niedergeschlagen werden, sagt Cruise sinngemäß.
Cruise hat die Psychiatrie auch schon eine “Pseudo-Science”, eine Scheinwissenschaft genannt. Eine insofern lustige Aussage, als dass der Schauspieler einer Organisation angehört, deren Namen am ehesten mit “Wissenschaftologie” zu übersetzen ist. Das Problem ist, dass Cruise, und mit ihm Scientology, bei dem Thema in ein reines Schwarz-Weiß-Denken verfallen: Gut und böse, dazwischen gibt es nichts. Es sind Verallgemeinerungen, die gefährlich sind. Wenn man nur das Verhalten deutscher Ärzte im Dritten Reich als Beispiel nimmt, das macht Scientology bevorzugt, kann man freilich nur zu dem Schluss gelangen, dass die Psychiatrie “der Wolf im Schafspelz” sei. Dass die Psychiatrie von heute nicht mehr dieselbe ist wie vor sechzig Jahren, dass viele psychisch kranke Menschen sie als Hilfe empfinden: keine Rede davon.

Man spricht Eva auf das propagandistische Video an — das man sehen konnte, bevor man sich als Journalist outete. Der Schauspieler wirke wie ein Besessener.
Eva sagt, dass das Video eigentlich nur für Scientology-Mitglieder bestimmt sei.

Das Berliner Video zeigt noch einmal eindrucksvoll, warum der Star in den vergangenen Jahren einen medialen Super-GAU nach dem anderen erlebte. Dass Cruise mit seinem Stauffenberg-Projekt einen Werbefilm für Scientology abliefert, ist nicht anzunehmen. Dass ein dermaßen glühender Scientology-Verfechter mit dem Film über einen deutschen Widerstandskämpfer Hintergedanken verfolgt, dagegen schon.

Nach dem Scientology-internen Cruise-Filmchen muss man sich zumindest fragen: Wer wird da eigentlich auf die Rolle des Claus Schenk Graf von Stauffenberg losgelassen? Ausgerechnet der Mann, um den sich die Diskussion entsponnen hat, wie tolerant Deutschland ist oder nicht, entpuppt sich in dem Video als äußerst intolerant.

Bundeshilfe plus Millionen für SO-Positioning II

Tom Cruise darf drehen – nur nicht im Bendlerblock

30.06.2007 17:38 Uhr

Den Dreharbeiten für den US-Thriller „Valkyrie“ über das Hitler-Attentat mit Tom Cruise ab Juli in Berlin steht nichts mehr im Wege. Laut „Focus“ sind die Koproduktionsverträge des Hollywoodstudios United Artists mit dem Studio Babelsberg unterschrieben. Der Bendlerblock, in dem das Attentat stattfand

[falsch; das Attentat fand in der “Wolfsschanze” in Ostpreßen statt; im Bendlerbock wurde u.a. Stauffenberg erschossen]
und in dem heute die Gedenkstätte Deutscher Widerstand untergebracht ist, gehört dem Bund und wird von der Bundesimmobilienanstalt verwaltet.

„Man kann und sollte so einen Platz nicht für drei Tage seiner Würde berauben und zur Kulisse umwandeln“, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Sonnabend.

Der Sprecher begrüßte gleichwohl, dass der Film sich mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 beschäftige und das Thema einem breiten Publikum zugänglich mache. Der Bund sei auch bemüht, die Dreharbeiten an vielen Orten in Berlin zu ermöglichen und zu unterstützen. Dem Bericht zufolge erfüllt das Projekt die Kriterien des DeutschenFilmförderfonds (DFFF) und dürfte etwa sechs Millionen Euro aus dem Topf von Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) erhalten.

ddp

http://www.tagesspiegel.de/berlin/;art270,2331225

Bundesunterstützung für SO-Positioning-Film I

Berlin

Tom Cruise darf doch nicht im Bendlerblock drehen / Ministeriumssprecher widerspricht “Focus”-Bericht

AFP US-Schauspieler Tom Cruise darf seinen Stauffenberg-Film entgegen anderslautender Berichte doch nicht im historischen Bendlerblock drehen. Als Ort der Erinnerung und der Trauer sei dieser Platz nicht dazu geeignet, auch nur kurzfristig in eine Filmkulisse verwandelt zu werden, sagte der Sprecher des Bundesfinanzministeriums, Torsten Albig. “Deshalb wird es dort keine Drehgenehmigung geben können.”

Grundsätzlich begrüße und unterstütze der Bund jedoch die Realisierung eines Films über den Widerstandskämpfer Claus Schenk Graf von Stauffenberg, sagte Albig weiter. Es werde deshalb geprüft, ob Drehgenehmigungen für andere Liegenschaften erteilt werden könnten, etwa rund um den Platz der Luftbrücke in Berlin. Laut Albig kamen Vertreter des Kanzleramtes, des Verteidigungsministeriums und des Bundesfinanzministeriums am Freitag überein, das Filmprojekt grundsätzlich durch Drehgenehmigungen zu unterstützen. Die Entscheidungen darüber sollten nüchtern und pragmatisch erfolgen, habe die Runde beschlossen. Der Bendlerblock, wo Stauffenberg und die anderen Widerstandskämpfer 1944 erschossen wurden, sei eine Ausnahme. Dieser Ort dürfe in seiner Würde nicht entweiht werden, sagte der Sprecher des Finanzministeriums.

….

Stauffenbergs ältester Sohn hatte sich dagegen ausgesprochen, dass Cruise die Rolle seines Vaters spielt, da der Schauspieler Mitglied der Scientology-Organisation ist. Berliner Zeitung, 30.06.2007

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/berlin/666405.html

Unterschriften weiterer Unterstützer

Tilman Hausherr, Berlin

Pfr. Mag. Johannes Spitzer, Villach

Dipl.Ing. Friedrich Griess, Wien

Ilse Hruby, Wien

Heiko Ehrhardt, Deutschland

Dr. Carrie Asman, Berlin und New York

Nils-Johann Blanck, Deutschland

Hans Zimmermann, Berlin

Luise Daszenies, Fürstenberg

Isolde Jänicke, Boyda

Dr. Richard Ziegert, Speyer

Andreas Lichte, Berlin

Reinhard Riedel, Deutschland

Carola Wendland, Deutschland

Wolfgang Rupieper, Cottbus

Ingolf Christiansen, Göttingen

Gaby Güttler, Cottbus

Ludwig Krause, Berlin

Gunda Bierlein, Deutschland

Josef Kucerova, Berlin

Brigitte Kucerova, Berlin

Magdalena Polster, Essen

Hinrich Müller, Cottbus

Christian Strobel und Familie, Stralsund

Jörg Michel, Hoyerswerda

Reinhold Schaube, Hamburg

Walter Erbe, Deutschland

Karin Neumann, Berlin

Jürgen Huhn, Berlin

Bedeutung der Berliner Org für Scientology

Scientology-Aussteiger: Organisation plant Deutschland-Offensive FOCUS 24.6.2007 München. Der deutsche Sitz der Scientology in Berlin soll nach Angaben eines Aussteigers zu einer der Eliteeinheiten der Organisation aufgewertet werden, von denen es weltweit nur ein Dutzend gibt. Der Scientology-Aussteiger Christian Markert sagte dem Nachrichtenmagazin FOCUS…. http://www.focus.de/magazin/kurzfassungen/focus_aid_64309.html